Dienstag, 20. März 2012

Viel zu viele Worte fallen so sinnlos wie Soldaten

Manchmal, da fühle ich mich erdrückt und eingeengt, sobald mich eine Freundin fragt, was mit mir los sei. Hat sie diese Frage ausgesprochen, verschließe ich mich, weiche Blicken und Berührungen aus, zucke zusammen, sobald sie mir etwas zu Nahe tritt. Nicht, weil ich sie nicht mögen würde, nein, ich liebe sie. Aber da ist etwas, was mich daran hindert, ihr Alles zu erzählen. Ich habe schon früh damit aufgehört, Menschen zu vertrauen, doch daran liegt es nicht. Gerne würde ich mein Herz ausschütten, doch dieses ist schon längst übergelaufen, mein Körper ist bis oben hin gefüllt mit Ängsten, Problemen, Sehnsüchten, Träumen. Meine Organe schwimmen darin, werden hin und her geschaukelt, weshalb mir die Kotze hochsteigt, wenn sie mich auf Etwas in der Art anspricht. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als wie manch einer, offen über seine Probleme zu sprechen, doch ich kann es nicht.
Es ist, als ob jemand meine Kehle zuschnürt und meine Stimmbänder zerreißt, wenn ich versuche, das Passierte zu beschreiben, zu erklären. Wenn ich versuche mich zu erklären und mein Verhalten zu rechtfertigen. Oftmals hält sie mich für verrückt, "Jeder Mensch kann über seine Probleme reden", sagte sie mal, "Aber nur mit einem Menschen, dem du vertraust, von dem du weißt, dass er wirklich immer für dich da ist, weißt du das bei mir etwa nicht?"
Darauf habe ich leider bis heute keine Antwort gegeben, allerdings auch keine gefunden, die das bestätigt.


Immer, wenn ich auch nur annähernd den Versuch starte, offen und ehrlich zu sein, verschlucke ich die Worte. Sie tänzeln mir auf der Zunge herum, es ist, als würden sie sich einen Spaß mit mir erlauben. Sie bilden sich zu Sätzen, die all das beschreiben, was mein Herz zum zersplittern bringt, und doch sagen sie so wenig aus, dass man mich nicht verstehen würde. Diese klitzekleinen Wörtchen, die für manche banal sind, sind für mich die Welt. Ja, dass ist meine Welt, es ist das, was sie beschreibt. Niemals werde ich in der Lage sein, diese Macht, die mich daran hindert offen zu sein, zu bekämpfen.

1 Kommentar:

  1. Ich kann mich in deinen Worten so oft wiederfinden...auch ich weiß ganz genau, wie es ist, sich niemanden öffnen zu können..sich zu offenbaren. Wie schön wäre es, der Person zu begegnen, mit der man all seine Ängste und Sorgen teilen könnte.

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